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23. 01. 2017
Wünsche fürs neue Jahr
Geschrieben von Detlef Tonn   
03. 01. 2017
Erfurt, Venedig - Kirschzweige zu Silvester
Erfurt, Venedig, Schmale Gera. Ein Frühlingshauch zum Jahreswechsel - Blühende Kirschzweige zu Silvester 2016.Foto: D.Tonn 31.12.2016

Allen Thüringern und Nachbarn aus der Welt interessante Entdeckungen und entspannende Erlebnisse in einer reichhaltigen Natur- und KulturLandschaft.

Es bieten sich 2017 viele Möglichkeiten Natur und Landschaft mit dem zu verbinden, was das Land in seinen vielen Fazetten sonst noch ausmacht.
Im Jubiläumsjahr ReFormation 500 kann man im Kernland der weitreichenden Umwälzungen des 16. Jahrhunderts Geschichte an ihren originalen Schauplätzen nachspüren und ganz direkt erleben. Etwa entlang des Luther-Weges, der die Luther-Stätten in Thüringen verbindet und mit einem "L" gekennzeichnet ist. Vielleicht bringt uns das Nachdenken (mit gemeinschaftlicher Unterstützung und Anregung) auch zu erstaunlichen Erkenntnissen darüber, wie unser heutiges modernes Leben noch "reformatorisch" geprägt ist.

Letzte Aktualisierung ( 03. 01. 2017 )
 
Sonderausstellung Wasserkraftmuseum Ziegenrück: Naturfoto & Spruch
Geschrieben von Detlef Tonn   
02. 01. 2017
Geist trifft Natur

Wasserkraftmuseum Ziegenrück, Lobensteiner Straße 6
10. Dezember 2016 - 31. März 2017

Plakat zur Sonderausstellung im Wasserkraftmuseum Ziegenrück
Plakat zur Sonderausstellung im Wasserkraftmuseum Ziegenrück

Konrad Spindler aus Friesau im Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale präsentiert seine besten Naturaufnahmen, die überwiegend in der mit seinem Namen verbundenen Friesauer Gartenoase* oder deren näherer Umgebung entstanden sind.
Dazu verbindet der Ausstellungsmacher viele der Aufnahmen mit dem Zitat einer Lebensweisheit einer  bekannten Persönlichkeit, woraus sich der Titel der Ausstellung erklärt. So kann sich der Betrachter gleich in zweifacher Weise inspirieren lassen, in Wort und Bild.
Ziegenrück, Wasserkraftmuseum

* Die Gartenoase ist eine kleine Kulturlandschaft mit einem Aboretum, das 300 verschiedene Laub- und Nadelgehölze beherbergt.

Letzte Aktualisierung ( 02. 01. 2017 )
 
Sonderausstellung Stadtmuseum Erfurt: Waidhandel
Geschrieben von Detlef Tonn   
14. 12. 2016
„Geld stinkt nicht“ - Erfurt und der Waidhandel

Stadtmuseum im „Haus zum Stockfisch“, Erfurt, Johannesstraße 169
06.12.2016 - 02.04.2017

Erfurt war die bedeutendste deutsche Waidhandelsstadt im Mittelalter. Sogar in der berühmten „Liber chronicarum“ des Hartmann Schedel (1440-1514) von 1493 wurde als Besonderheit Erfurts „ein Kraut Waidt ... zur Färbung der Tücher dienlich“ genannt.

Erfurt mit seinen umliegenden Dörfern am Südrand des Thüringer Beckens kam mit seinem fruchtbaren Lößböden dem anspruchsvollen Färberwaid (Isatis tinctoria) entgegen. So war der Anbau der Waidpflanze in den Dörfern des Thüringer Beckens sehr verbreitet. Vom 13. bis zum 16. Jh. steht der Waidanbau in den ca. 300 mittelthüringischen Dörfern in Blüte. Ein Waidregister von 1579 weist in 49 Erfurter Dörfern den Waidanbau nach.

Thüringer Waid gilt als besonders gut. Andernorts waren die Voraussetzungen für den Anbau nicht so günstig. So erklärt sich, dass seit dem 10. Jh. neben Thüringen nur noch vom Niederrhein über Waidanbau berichtet wird. Denkbar ist, dass bereits in karolingischer Zeit mit Waid gehandelt wurde. Zum großen Teil im Fernhandel, geht der Farbstoff nach Görlitz, Nürnberg, Lübeck, nach Flandern und anderen deutschen und europäischen Zentren der Tuchproduktion. Der Wunsch nach blauen Tuchen machte den Farbstoff zu einem begehrten Exportartikel, der von den Zeitgenossen als „goldenes Vlies“ oder „fürnehmste Nahrung“ der Stadt Erfurt bezeichnet wurde.

Für den Waidhandel existierte frühzeitig ein Marktzwang, der im „Erfurter Zuchtbrief“ von 1351 reglementiert wurde. Käufer und Verkäufer hatten danach ihre Geschäfte ausschließlich auf dem Waidmarkt, dem Anger, abzuwickeln. Auch die Handelszeiten waren wöchentlich vorgeschrieben von Trinitatis (Sonntag nach Pfingsten) bis Michaeli (29. September). Wie auch heute noch auf Börsen, wurde der Handel mit einem Schlag an die Waidglocke eröffnet.

Wie sehr sich das Selbstbewusstsein der Erfurter auf den Waid stützte, verdeutlicht auch die Überlieferung einer Anekdote, nach der sie im Jahr 1290 Kaiser Rudolf von Habsburg (1218-1291) bei der Zerstörung von Raubritterburgen unterstützten und anschließend Waidsamen auf die Trümmer streuten, zum Zeichen dass die „Erfurter allda gewesen“ seien.

Eine exorbitante Gewinnspanne konnten Produzenten wie Händler erzielen, nachdem das Halbprodukt in einem arbeitsreichen Prozess weiterverarbeitet wurde. So ließ man die Bällchen von Waid auf den Waidböden zerschlagen und mit Wasser sowie Urin anfeuchten. Während der sodann einsetzenden Gärung erfolgte die Aufspaltung des Indican (Wikipedia). Auf die damit einhergehende starke Geruchsbelästigung bezieht sich die Austellungslosung „Geld stinkt nicht“ - pecunia non olet. Die Redewendung geht zurück auf den römischen Kaiser Vespasian, der im alten Rom an belebten Straßen amphorenartige Latrinen aufgestellen ließ, um Urin als Mittel für die Ledergerbung und die Wäschereinigung zu sammeln, und auf diese öffentlichen Toiletten eine spezielle Latrinensteuer erhob (Wikipedia).

Letzte Aktualisierung ( 04. 01. 2017 )
 
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